Der Teufelsschiß von Dario Fo
Man stelle sich vor: Vor einigen hundert Jahren ein Marktplatz,eine kleine Holzbühne; eine Menschenmenge hat sich darum versammelt und schaut gebannt auf den Mann, der da auf der Bühne tanzt, hüpft und Grimassen schneidet, lacht, Witze und Geschichten erzählt vom quengeligen  Jesuskind,  von der Geburt des Gauklers, den fliegenden Mönchen oder dem ungläubigen Papst Bonifaz– ein Gaukler ist in der Stadt.Zwar sind diese Zeiten längst vergangen, doch trotz dieser zeitlichen Distanz versteht es der Schauspieler Hans Schwab seine Zuschauer mitzunehmen in diese Welt der abenteuerlichen und grotesken Geschichten. Die Bühne wird zum Marktplatz: Kabarett des Mittelalters – bizarr und grotesk wie Monty Pyhtons „Das Leben des Brian“.
Dario Fo, Literatur-Nobelpreisträger 1998, bezieht seinen Stoff aus den prallen Erzählvorräten der spätmittelalterlichen Volksfrömmigkeit. Immer wieder tauchen gesellschaftliche Themen in den Szenen auf; die mittelalterliche Mehrklassengesellschaft aus Adel , Klerus und Volk, oder religiöse Motive – immer als Werkzeug von Kritik und Parodie.Alle Szenen sind einzig und allein für einen Schauspieler geschrieben. In rasantem Wechsel spielt Hans Schwab über zwanzig Figuren und entzündet für zwei Stunden ein wahres  Feuerwerk an Komödiantik und Erzählkunst.
„....Schwab begeisterte sein Publikum, ganz wie seine „Kollegen“ im elften Jahrhundert – heutzutage sicherlich nicht zuletzt wegen des Schusses Exotik, der ihm als „mittelalterlichem Kabarettisten“ anhaftet. Für die deutsche Kleinkunstbühne ist  „Der Teufelsschiß“ jedenfalls eine Bereicherung.“ (Frankfurter Rundschau)