Lesen Sie hier einige Kritiken zu
Hans Albers - der Ritt auf dem Tiger (1)
Das neue Leben des "Hanne" A.
Hans Schwab ist Hans Albers: Eine Hommage an den Volksschauspieler bei den
Schönen der Nacht .
Die Sache mit der Reinkarnation will einem den ganzen Abend über nicht so ganz aus dem Sinn. Vielleicht hätte so einer wie Hans Schwab ja durchaus
auch Hans Albers heißen können. Hätte. Blonder Hans, blaue Augen, forsches Auftreten, "Otto-Otto" – Albers’ Nonsens-Schlachtruf – passt alles ganz
exakt... Wer steht nun auf der Bühne? "Hanne"? Große Freiheit Nummer Sowieso...?
Wir schreiben das Jahr 2011. Hans Albers, einer der großen deutschen Film-, Theater- und Revuestars des 20. Jahrhunderts ist seit über 50 Jahren
tot, doch umso merkwürdiger: Wenn Hans Schwab einen seiner musikalischen Klassiker im am Premierenabend nicht ganz voll besetzten Studio der
Schönen der Nacht im Freiburger E-Werk anstimmt, geht meist ein Raunen durch Publikum. Aaah... Ob "Flieger, grüß mir die Sonne", "Beim ersten
Mal, da tut’s noch weh" oder "Komm auf die Schaukel, Luise": Das Wiedererkennen der großen Schlager vornehmlich bei den reiferen Damen, ist das
eine. Die Interpretation das andere. Schwab – gehen wir davon aus, dass es sich um keine Wiedergeburt handelt – hat seinen Albers bis ins Detail
studiert, und sieht man ihn so im Profil auf der Bühne sitzen und einen Cognac schwenken, spürt man auch die Ähnlichkeit zum Original im Phänotyp
in dessen mittleren, jungen Jahren. Der Rest ist einfach – Können.Dabei hat das Programm "Hans Albers – Die Hommage" etwas rührend
Sentimentales. Es ist keine Show und schon gar kein Event, der da um einen der ganz Großen der deutschen Unterhaltungskunst inszeniert wird,
sondern eher eine ganz tiefe Verbeugung vor ihm. Ronka Nickel hat einen dramaturgischen roten Faden gesponnen, der Albers’ Leben in Höhepunkten
und Anekdoten fortspinnt; ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Chronologie, doch mit einem Höchstmaß an Empathie. So erfährt man eine ganze
Menge über einen Unangepassten, Eigenwilligen, Renitenten, manchmal ziemlich Verrückten und sicher auch reichlich Egomanen, der sich indes nie
verbiegen ließ. Otto-Otto statt Heil Hitler: Hans Albers war bei all seinen Süchten – Frauen, Alkohol, Geld – wohl nie fanatisch, dogmatisch oder
rassistisch.
Kein Ton ganz sauber und trotzdem so charakteristisch
In der Person Hans Schwabs, des gebürtigen Berners (sic!), wird einem das in der Spiegelung noch einmal deutlich. Ob Liliom, Mackie Messer, Morris
Flynn alias Sherlock Holmes oder Hippodrom-Sänger Hannes Kröger – Schwab lässt das – leider – längst untergegangen geglaubte Ideal des
Volksschauspielers aufleben in der Person des Ur-Hamburgers Hans Albers, und das mit ganz überzeugender Expressivität. Dem Nachgeborenen, der
Albers nur durch Film- und Tonaufnahmen kennt, bleibt das Staunen ob einer klanglichen Assimilation, die größer kaum sein könnte. Ja, so klang diese
Stimme, so diffus, so unrein, so brüchig, so über alle Maßen ehrlich: kein Ton ganz sauber und trotzdem so charakteristisch. Schwab kommt dem
Original sehr, sehr nah, vor allem aber: Er kopiert es nicht nur, er erfüllt es mit neuem Leben. Stichwort Reinkarnation...
So richtig funktioniert das nur dank seiner Mitstreiter: der suggestiven Erzählerin, Conférencière, Sängerin und Virtuosin auf der singenden Säge
Ronka Nickel. Und dem Duo Raufeisen als kleinem, unverwüstlichen Klavier-Akkordeon-Orchester. Dirk Raufeisen gebührt ein besonderes Kompliment
für die ebenso stilsicheren wie effektvollen und witzigen Arrangements und seine virtuosen, jazzigen Soli auf beiden Tasteninstrumenten. Auch so ein
Wiedergeborener... Kirsten Raufeisen ergänzt ihn nach guter alter Musikersitte unprätentiös und rhythmisch sicher, immer wo am nötigsten.
So hat dieser Abend vor allem etwas Melancholisch-Liebenswertes, ein Stück lebendige Nostalgie. Mag Hans Albers gewesen sein – durch Hans
Schwab, Ronka Nickel und das Duo Raufeisen erfährt er eine Renaissance, nein mehr: ein neues, zweites Leben. Dass sein Klassiker "Auf der
Reeperbahn" erst ganz zum Schluss, als Zugabe, auf dem Programm steht, ist kein Fauxpas, nein: Es unterstreicht das Subtile dieses Programms:
Albers war eben nicht nur Hannes Kröger in Helmut Käutners "Großer Freiheit Nr. 7", auch wenn er da besonders gut war – Otto-Otto.
(Badische Zeitung, 14.03.2011 von Alexander Dick)
Blonder Hans sagt lebwohl
Kultursommer lässt das Leben von Hans Albers hochleben
Löhnberg (mb).
 Der Mittelhessische Kultursommer hat den Gästen im Löhnberger Mehrgenerationenhaus am Samstagabend eine ganz besondere
Veranstaltung beschert:  " Blonder Hans, Leb Wohl!" war die Hommage an Hans Albers betitelt, der auch 51 Jahre nach seinem Tod unvergessen
bleibt. '
Und es fiel nicht schwer, den verstorbenen Hans Albers wieder vor sich zu sehen, denn der Schauspieler Hans Schwab verstand es auf ideale
Weise, die Lieder, Filmrollen und das Erscheinungsbild wieder aufleben zu lassen. 
Zusammen mit der Schauspielerin Ronka Nickel sowie den beiden Musikern Kerstin und Dirk Raufeisen wurde dem Publikum in dem für Kleinkunst
idealen Saal im Obergeschoss eine unterhaltsame Show über einen Menschen mit Charakter und Charme in einer turbulenten Zeit geboten. Luise",
beim .Coodbve, Iohnnv", bei "Und der Haitlsch, der hat Zähne" oder dem "Flieger,grüß mir die Sonne". Weitere Lieder-Höhepunkte von Hans
Albers waren "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins", "La Paloma" und "Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise". Ronka Nickel spannte einen
dramaturgischen Faden durch den Abend und schilderte Höhepunkte und Anekdoten aus Hans Albers Leben. So erfuhr man eine ganze Menge
über einen unangepassten, eigenwilligen, renitenten und manchmal auch etwas verrückten Menschen und Künstler mit Herz.
So berichtete Ronka Nickel auch von den Proben zum Stück "Rivalen", in dem eine Schlägerei zwischen Hans Albers und Fritz Kortner vorkommen
sollte. Dies schien außer Kontrolle zu geraten, da der Streit von Probe zu Probe realistischer wurde, weil die beiden Partner sich nicht leiden
konnten. Auch auf' .Albers und die Frauen" kam Ronka Nickel zu sprechen und streifte auch die Zeit von "Albers und den Nazis", mit denen der
Vollblutmann und Anarchist nichts am Hut hatte. Von der Solidarität mit seiner jüdischen Freundin Hansi  B urg wich er auch unter dem Druck des
Regimes nicht ab: 1939 sorgte Albers dafür, dass sie über die Schweiz nach England gelangte und vor den Nazis sicher war.
Weilburg·   30.08.2011
"Leb' wohl, blonder Hans": gelungene Albers-Hommage im Kurtheater
 Charismatisch: Hans Schwab verkörperte überzeugend den legendären Hans Albers.
Bad Salzuflen.
 "Leb wohl, blonder Hans" - die Hommage an den Schauspieler Hans Albers (1891-1960) im Kurtheater war rundum
gelungen. Nostalgie war zwei Stunden lang zwischen die Zuschauerreihen zu spüren.
Hans Schwab sieht Hans Albers nicht unbedingt ähnlich. Aber er faszinierte vom ersten Moment an ebenfalls mit einem Charaktergesicht -
auch er ist ein blonder Hans. Was er aber wirklich mit Hans Albers gemein hat, ist die Stimme: Auch sie kippt wie beim Original gern mal
um. Ronka Nickel erzählte aus dem Leben des Schauspielers, und Hans Schwab sang und tanzte oder machte einfach nur eine Albers-
Miene, eine Mischung aus lausbübisch und ein wenig arrogant.
Das Wechselspiel aus Erzählen und Gesang machte aus dieser Hommage am Freitagabend fast schon eine Dokumentation. Die
Informationen über den eigenwilligen Charakter der Legende und Schwabs Agieren machten diesen Abend äußerst lebendig. Und
natürlich fehlte das Lied "Flieger, grüß mir die Sonne" ebenso wenig wie "Mackie Messer" aus der Dreigroschenoper, die Dirk Rufeisen mit
einem beeindruckenden Akkordeonsolo garnierte.
Überhaupt war die musikalische  B egleitung durch die "Uferlos-Combo" ein solides Fundament für die Show. Die leidenschaftliche
Darstellung von Hans Schwab riss das vornehmlich ältere Publikum einfach mit. Nachdem er erst nach der Zugabe das Sahnehäubchen -
"Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" - brachte, bedankte sich das Publikum mit stehenden Ovationen.
Das war verdient, denn der Abend war unterhaltsam, informativ und mit vielen Requisiten liebevoll inszeniert. Die Hommage war keine
flache Lobhudelei, sondern erzählte auch von Albers' egomanem Wesen. Das Ensemble zeigte auch die Ecken und Kanten, und es ließ
sich erahnen, warum dieser Mann sein Publikum einst so faszinierte. (mk)
Bad Salzuflen, 08.08.2011